Oman

"Das Leben ist voller Gegensätze", warum also immer nur den Norden besuchen? Nun stand der Süden auf der Liste mit seinen heißen Wüsten und arabischen Städten. Eine Rundreise durch das gesamte Land bot einen guten Einblick in die Mentalität und die Landschaft des Omans - die ich vorher niemals für so vielfältig gehalten hätte. Von steilen Bergpisten im Osten, über die trockenen Gebiete der größten Sandwüste der Welt - der Rub al-Chali - bis hin zu fast tropischen Gebieten im Süden des Landes: Der Oman ist unglaublich bunt und hat so viel zu bieten!

Das Leben am Meer

Am 1.11.2017, Oman

An den Küsten des Omans spielt der Fischfang eine sehr wichtige Rolle. Überall sieht man die omanischen Daus in den Winden segeln, immer auf einen guten Fang aus. Die Gewässer des Omans sind zum Glück noch nicht überfischt, da man nicht mit großen Booten fischen darf, und deshalb immernoch die traditionellen Daus genutzt werden.

Kein Tag vergeht, an dem einem diese Boote nicht begegnen. Ob weit draußen in der See, im Strand bei Renovierungsarbeiten oder in den Häfen der kleineren Orte. Auf den Booten arbeiten fast nur Bangladeschi, die im Oman alle niederen Arbeiten verrichten. Wie auch philippinische oder afrikanische Hausmädchen hinter den verschlossenen Türen und Mauern der Omanis.

Hin und wieder begegnet man auch den Beduinen, die ihre handgefertigten Waren anpreisen; oder der Tieren des Südens: Dromis, Ziegen, Esel, Kühe, Vögel, Delfine vieles mehr. Zum Glück haben sich bis jetzt die gefährlichen Tiere von uns fern gehalten, wie die Schlangen und Skorpione. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist immer gut, so sollte man zum Beispiel immer morgens schauen, ob sich eines dieser Tiere unter dem Zelt oder der Isomatte verkrochen hat.

Die Einheimischen wickeln immer wieder einen Turban als Schutz vor der heißen Sonne, weisen mich schließlich in diese Kunst ein, lachen über meine fehlerhaften Versuche und in den Orten amüsieren sich die Männer immer wenn sie mich sehen, da eine Frau doch keine Männerkleidung trägt.

So vergehen die Tage, mit Mittagspausen und Nächten an wunderbaren Stränden, manchmal mit 25° warmen Wasser und genialen Wellen zum Baden. Eine Oase folgt der nächsten, und bei der ein oder anderen könnte man auch gleich ein paar Wochen bleiben.

Vorbei an den Salzfeldern der Beduinen und durch die weißen Sanddünen direkt an der Küste, wo man auch die versteinerten Sanddünen finden kann. Hier mit den Jeeps durchzufahren verlangt eine Fahrkunst, die kaum ein Europäer zu bieten hat. Der Sand ist so weich, dass die tonnenschweren Fahrzeuge schon oft einsacken, wenn sie nur auf einer Stelle stehen. Ein Fahrzeug nach dem anderen ist stecken geblieben, einmal sogar drei gleichzeitig. Langsam gräbt sich ein Fahrzeug nach dem Anderen wieder aus - oder auch weiter ein, bis ein anderes das feststeckende Auto mit dem Abschleppseil herausziehen möchte, und bei dem Versuch natürlich selbst stecken bleibt. Doch schlussendlich sind alle Fahrzeuge wieder frei und unversehrt den Dünen entkommen.