Norwegen

Hin und wieder führt mich mein Weg nach Norwegen, und dann meisten in den Norden, rund um Tromsø - denn hier gibt es die Wale zu beobachten!

Four rounds - fire!

Am 7.9.2018, Norwegen - Svalbard

In den ersten Wochen hat sich hier einiges um Eisbären gedreht. Ein kleines "Einführungs-Schießen" auf dem lokalen Schießstand vor der ersten Exkursion im August hat uns einen ersten Einblick in die Welt der Waffen gegeben und nun standen ein paar weitere Tage mit Schwarzpulver auf dem Programm.

Die Eisbärengefahr wird hier oben sehr ernst genommen, deutlich ernster als in Grönland. Während dort nicht mal jeder eine Waffe mit sich führt, der den Ort verlässt, ist es hier gesetzlich vorgeschrieben, zumindest eine Signalpistole dabei zu haben - besser natürlich eine Signalpistole und eine Waffe. Denn wenn es hart auf hart kommt, ist mir mein eigenes Leben doch mehr wert als das des Eisbären. So egoistisch das auch klingen mag. Und gerade wenn man Gäste dabei hat und die Verantwortung für sie trägt, kann man kein Risiko eingehen.

So üben wir hier also für den Ernstfall, allerdings wird es hoffentlich niemals soweit kommen, dass wir tatsächlich einen Eisbären erschießen müssen. Denn dann hat man höchstwahrscheinlich etwas falsch gemacht.

Wenn man einen Eisbären sieht, heißt es natürlich, auf Abstand zu gehen und ihm seinen Platz zu lassen. Er ist der Herr dieses Landes. Das gilt auch nachts im Camp, eventuell ist es die klügere Entscheidung, mitten in der Nacht sein Lager zu verlassen und dem Bären seinen Raum zu lassen, anstatt ihn wirklich erschießen zu müssen. Denn Eisbären können verdammt neugierig sein. So schlafen wir unterwegs immer voll gekleidet, immer bereit, jederzeit aus dem Schlafsack zu springen (oder nachts eher mürrisch herauszuklettern) und das Camp zu verlassen, sollte es nötig sein.

Doch im Fall der Fälle müssen wir wissen, wie man mit der Waffe umgeht, und wir müssen gut genug schießen können - auch unter Stress. Der Eisbär ist einfach der für das Menschen gefährlichste Raubtier. Daher eben das Schießtraining. Ob aus dem Liegen, dem Knien oder dem Stehen, alles wird geübt. Mit verschiedenen Waffen, mit Signalpistolen und mit Signalstiften. Wir haben Stolperdraht-Systeme fürs Camp getestet, haben die Durchschlagskraft der verschiedenen Munition gesehen und natürlich ein ums andere Mal geschossen und unser Ergebnis stetig verbessert.

Wo man in der Uni lernt zu schießen? Hier oben ist alles möglich!