Japan

Meine erste große Reise, über die ich auf diesem Blog berichte, führte mich nach Japan. Zusammen mit einer halbjapanischen Freundin entdeckten wir das Land, fuhren mit dem Shinkansen und besuchten verschiedene Städte im fernen Osten.

Temel Nr. 1

Am 4.9.2013, Japan

Heute war der erste wirklich japanische Tempel dran. Der Senso-ji in Asakusa, der älteste und bedeutendste Tempel von Tokyo. Auf dem Weg zum Tempel selbst liegen unzählige Läden, etwa wie die Weihnachtsmärkte, die alle möglichen aber unnützen Sachen und Andenken verkaufen. Eben sehr touristisch gemacht. Es gibt da sogar Geschäfte (diesmal aber wahrscheinlich für Japaner), in denen ausschließlich Regenschirme verkauft werden.

Was dann aber sehr paradox aussieht, sind die kleinen und engen Seitenstraßen. Dort ist kein einziger Laden mehr zu sehen, sondern nur alte und etwas verfallene Wohnhäuser. Viele Wohnhäuser hier in der Umgebung machen so einen Eindruck. Das lässt so eine große und berühmte Stadt wie Tokyo etwas schäbig wirken. Während der Bahnfahrt haben wir auch mehrere Häuser gesehen, die total schief waren. Vielleicht ja durch die Erdbeben.

Aber trotzdem ist alles extrem sauber. Müll sucht man hier beinah vergeblich. Nur einmal habe ich ein kleines Stückchen Papier auf dem Boden gesehen, etwa 1cm^2 groß, aber ein Polizeibeamter hat das sofort aufgehoben und zum Müll gebracht. Genauso wie die Japaner Regenschirme lieben, haben sie eine wirkliche Bakterien-Phobie. Deshalb sieht man öfter auch Leute mit einem Mundschutz herumlaufen. Da fühlt man sich dann im Zug oder in normalen Geschäften wie im Krankenhaus.

Der Tempel an sich war sehr schön und traditionell. So gab es zum Beispiel am Eingang zum Tempel eine Box mit Metallstäben oben drauf, in die man Kleingeld wirft und dann, während das Geld auf den Stäben klirrt, betet. Oder es gab eine Stelle in der Mitte des großen Platzes, auf dem irgendetwas verbrannt wird (ähnlich wie Weihrauch, riecht nur besser) und der Dampf davon soll gut tun. Der einzige Nachteil dabei ist, dass schwüle Hitze und die Wärme vom Feuer sich nicht gut mit mir vertragen.

Dagegen gibt es aber einen großen Brunnen, an dem man mit Kellen Wasser schöpfen und trinken kann. Das ist wirklich eine geniale Idee!

Eine andere Tradition ist noch die Zukunftsvorhersage. Für 100 Yen kann man sich aus einem kleinen Kästchen einen Zettel ziehen, auf dem entweder eine gute oder eine schlechte Vorhersage steht. Ich hab mich für das Kästchen mit der Zahl 16 entschieden (warum wohl?) und habe eine gute Vorhersage:

“Repent what you’ve done so far, and you should hope again. Then you will find happiness in future with a help of your seniors, everything will go well you’ll be satisfied with better position and welth.

Your wishes will be realized.

A sick person will recover.

The lost article will be found.

The person you are waiting for will come.

Building a new house and removal are good.

Making a trip is good.

Marriage and employment are both good.”

Klingt doch gut!

Innen ist der Tempel recht schlicht gehalten. Es hängen nur ein paar Laternen (natürlich auf japanische Art) von der Decke und ein paar Malereien an den Wänden. Nur eine Stelle ist sehr prunkvoll, an der man nochmal beten kann.

Von außen sieht der Tempel so aus, wie man sich einen japanischen Tempel eben vorstellt. Sehr prunkvoll mit vielen Holzschnitzereien auf verschiedenen Ebenen, die gleiche oder zumindest sehr ähnliche Muster, Formen und Farben beinhalten. Bei diesem Tempel gibt es auch neben dem Hauptgebäude noch einen Turm daneben im gleichen Stil. Auch ein großer Teil der Einkaufsstraße bis zum Tempel ist im ähnlichen Stil gehalten.

Und während der Fahrt zurück ist uns auch der Pink- und Grünheitswahn der Japaner zum Vorschein gekommen. Alles wird pink oder grün gestrichen. Ob es nun Brücken, die Handläufe von Rolltreppen oder Fahrkartenautomaten sind. Schlimm. Besonders, da das grün meistens nicht mal ansatzweise schön ist. Vom pink möchte ich gar nicht erst reden.

Über die japanischen Toiletten habe ich auch noch einiges in Erfahrung gebracht: Es gibt zwei Arten von Toiletten. Einmal die mit allem möglichen Zusatzkram, dass man z.B. zur Entspannung Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher hören kann und dann gibt es noch die Billigvariante. Und damit mein ich wirklich billig. Einfache Stehtoiletten, von denen ich gedacht habe, dass es sie nur in Ländern wie Indien gibt.