Japan

Meine erste große Reise, über die ich auf diesem Blog berichte, führte mich nach Japan. Zusammen mit einer halbjapanischen Freundin entdeckten wir das Land, fuhren mit dem Shinkansen und besuchten verschiedene Städte im fernen Osten.

Kyoto

Am 7.9.2013, Japan

Heute ging es los auf die große Reise. Erst Kyoto mit seinen tausend Tempeln, dann Osaka mit dem Universal Studio und Hiroshima als historische Stadt.

Für so eine Reise ist natürlich der Japan Rail Pass passend: Man kann innerhalb von einer Woche alle JR-Züge in ganz Japan nehmen, und fast jeder Zug hier gehört zu JR. Und das Beste natürlich: Man darf mit dem Shinkansen fahren. Die Fahrt ist nicht mit einem deutschen ICE zu vergleichen. Man hat viel mehr Freiraum an den Sitzen und die Sitze sind viel komfortabler. Dann wird man von dem Zugpersonal (wie überall hier) wie Gott behandelt und auch nur der kleinste Wunsch wird einem beinah von den Augen abgelesen. Immer wenn einer von ihnen ein Abteil betritt oder verlässt, verbeugen sie sich noch mit einem freundlichen Lächeln.

Und dann noch die Pünktlichkeit. Sie ist international konkurrenzlos. “Sämtliche Shinkansen-Züge erreichen pro Tag zusammengerechnet eine Verspätung von unter fünf Minuten. Die durchschnittliche Verspätung eines einzelnen Shinkansen-Zuges am Ankunftsbahnhof betrug im Jahre 2005 ganze sechs Sekunden. Ursachen dafür sind etwa die Trennung des Hochgeschwindigkeitsnetzes vom Nah- und Güterverkehr, fast durchgängige Einzäunung der Strecken, robuste Technologie und gute Wartung. Hat ein Lokführer mehr als 15 Sekunden Verspätung, so hat er sich schriftlich zu verantworten.”

Sie sehen nur alle von außen ziemlich hässlich aus.

Nach etwa 450 km, die wir in nur etwa 3 Stunden zurückgelegt haben, waren wir dann in Kyoto. In Kyoto war bis 1869 der kaiserliche Hof, weswegen ich eine wirklich schöne und prächtige Stadt erwartet habe. Aber das genaue Gegenteil wurde offensichtlich: Viele Häuser sehen (von außen) etwas verfallen und vor allem dreckig aus. Beinah die gesamte Stadt könnte einen neuen Anstrich gebrauchen. Schlimm. Nur die vielen Tempel sind richtig schön und typisch japanisch. Also machten wir uns auf den Weg zum Kiyomizu-dera Tempel, der auf einer Anhöhe liegt. Aber weit kamen wir erstmal nicht: Wir sahen das Nishi-Otani Mausoleum und dann gab es auch kein zurück mehr; ich musste mir das genauer ansehen.

Allein das Singen der Mönche, das wir leider nur hören konnten, waren diesen Abstecher wert.

Danach ging es aber weiter Richtung Kiyomizu-Tempel. Die Straße dorthin geht recht steil hoch und hat zu beiden Seiten viele kleine Läden, in denen wir natürliche noch weitere Stops einlegten.

Oben angekommen steht dann auch das, was man sehnlichst erwartet hat: Ein Getränkeautomat. Wie das Licht am Ende eines langen Tunnels. Sehnlichst erwartet. Während man sich also am eiskalten Getränk erfreuen kann, kann man auch gleichzeitig die schöne Aussicht auf die Stadt genießen, die man von dem Getränkeautomaten aus hat.

Nachdem wir erholt die letzte Treppe dann auch überwunden haben, konnten wir einen ersten Blick auf einen Teil des Tempels werfen. Wunderschön in hellen Rottönen. Noch dazu mit einer einzigartigen Aussicht.

Es heißt ja immer, man soll nicht mit fremden Männern gehen. Ich weiß. Aber wenn ein netter, junger Japaner auf einen zukommt und einem in gutem Englisch (was hier extremst schwer zu finden ist) fragt, ob er einen mit vier Freunden durch die Tempelanlage kostenlos führen kann, damit sie ihr Englisch verbessern können, kann man so ein Angebot doch nicht ausschlagen. Also haben wir beide eine Privatführung von 5 Japanern bekommen und mussten dafür nichts anderes tun, als ein bisschen Englisch zu reden. Dafür haben wir dann japanische Traditionen und Rituale kennen gelernt, wie z.B. an dem Brunnen, an dem man seine Hände säubert und von dem Wasser trinkt. Es gibt da drei Wassersträhle, von denen man sich einen aussuchen soll. Einer steht für “study”, ein anderer für “love” und der dritte für “long life”. Für welchen hättet ihr euch entschieden?