Japan

Meine erste große Reise, über die ich auf diesem Blog berichte, führte mich nach Japan. Zusammen mit einer halbjapanischen Freundin entdeckten wir das Land, fuhren mit dem Shinkansen und besuchten verschiedene Städte im fernen Osten.

Japanische Traditionen

Am 8.9.2013, Japan

Heute war dann der Tag der japanischen Tradition.

Angefangen hat es mit der Busfahrt zum Kaiserpalast in Kyoto. Hier haben wir auch langsam herausbekommen, wie man in Japan Bus fährt. Man steigt hinten einfach ein und sucht sich einen Sitzplatz. Wenn man dann aussteigen will, muss man erst wie in Deutschland einen Stop-Knopf drücken, den es zwar oft gibt, dafür aber sehr gut getarnt ist. Dann bezahlt man beim Hinausgehen vorne beim Busfahrer. Es gibt pro Stadt immer einen Einheitspreis, egal ob man eine oder tausend Stationen gefahren ist. Wenn man das Geld dann passend hat, schmeißt man es einfach in das dafür vorgesehene Fach. Wenn man Münzen wechseln möchte, muss man es in einen anderen Teil werfen, und das Gerät wechselt das dann automatisch in kleinere Münzen, die dann in einer kleinen Auffangschale herauskommen. Wenn man einen Schein wechseln möchte, muss man ihn in noch ein anderes Fach hineinstecken und es kommen dann ebenfalls viele Münzen heraus. Daraus sucht man sich dann die passenden Münzen und schmeißt sie in das oben bereits erwähnte Fach. Und das alles innerhalb von maximal 10 Sekunden. Wir haben einmal länger gebraucht und da hat der Busfahrer uns deutlich gemacht, dass wir einfach so ohne zu bezahlen gehen sollen, da er sonst wahrscheinlich seinen Zeitplan nicht einhalten kann. Da fühlt man sich dann ziemlich schlecht, wenn man nicht bezahlt hat und dem Busfahrer vielleicht Ärger bereitet, weil er seinen Zeitplan nicht einhalten kann.

Am Kaiserpalast angekommen, tritt man erstmal durch ein großes Tor auf einen riesigen Platz. Dann muss man paar Minuten laufen, um zum ersten Gebäude zu gelangen. Was man aber sieht, sind ewig lange, mittelhohe, sehr einfach gehaltene Mauern und dahinter wirklich schön verzierte Gebäude. Weil wir aber den Eingang zum inneren Teil nicht gefunden haben, begonnen wir mal wieder damit, Japaner danach zu fragen. Ganz schlechte Idee. Die meisten verstehen fast gar kein Englisch und gucken einen dann seltsam an und reden irgendetwas auf japanisch, was meistens absolut gar nichts mit unserer Frage zu tun hat. Als dann die Zeichensprache irgendwie geholfen hat, wollten sie uns wahrscheinlich deutlich machen, dass man in den inneren Teil nicht herein kann. Wenn wir sie richtig verstanden haben. Schade, aber kann man wohl nicht ändern.

Also ging es weiter Richtung Nijo Castle. Auf dem Weg dorthin stolperten wir über einen weiteren kleinen Tempel, der alles auf Wildschweine ausgerichtet hat. Überall waren Wildschweinstatuen und Bilder von ihnen. Es ist schon irgenwie seltsam, wenn man sieht, dass gerade dieses Tier verehrt wird.

Dann ging es aber weiter zum Nijo Castle. (Eine Nachahmung davon kommt am Anfang in Inception vor). Das Castle ist ein Mix aus einer Burg und einem Tempel. Rundherum wurde ein Wassergraben angelegt und es gibt hohe und steile Mauern. Innen aber gibt es wunderbar verzierte Tore, einen prächtigen Garten und das schönste Klohäuschen, das ich je gesehen habe.

Von einer Mauer aus, dem höchsten Punkt in der näheren Umgebung, hat man wie üblich bei einer Burg eine einzigartige Aussicht. Nur die Treppenstufen dorthin waren so groß, dass ich mich frage, wie die kleinen Japaner sie bewältigen sollen. Im Hauptgebäude selbst konnte man dann typisch japanische Wandmalereien sehen und sich durch die tausend Gänge kämpfen, in denen ich meine Orientierung komplett verloren habe. Hier durfte man natürlich nicht fotografieren, aber ihr wisst ja, was ich von solchen Forderungen halte…

Nachdem wir die nächste Busfahrt überlebt haben, mussten wir erstmal ein bisschen im gekühltem Hotelzimmer verweilen. Wir haben uns auch den typisch japanischen grünen Tee gemacht. Er wird wohl nie mein Lieblingsgetränk, aber hat auch nicht schlecht geschmeckt.

Das nächste Problem war dann, dass wir beide Hunger hatten. Wir gingen zu dem kleinen Lokal, bei dem wir gestern schon waren. Da wir gestern keine vielversprechenden Restaurants oder ähnliches gesehen haben und Fleisch lieben, ließen wir uns darauf ein, das natürlich freundliche Hotelpersonal nach einem Yakiniku-Geschäft zu fragen. Wie so ziemlich jeder Japaner, den wir nach dem Weg gefragt haben, zückte er sein Handy und zeigte uns (nach etwas längerem Suchen) den Weg zum Restaurant. Zum Glück konnte er etwas besser Englisch als üblich. Kurz hinter dem Fluss lag dann das kleine Lokal. Wir bekamen Plätze im Erdgeschoss, wovon es nur 6 oder 8 gab, da man dem Personal direkt beim zubereiten zusehen konnte. Ich weß aber immer noch nicht, wie die Japaner es anstellen, dass das Fleisch mit seinen Soßen so köstlich schmeckt. Einfach göttlich. Allein dafür würde ich wieder nach Japan kommen.

Danach sind wir dann – wie gestern – ins Ofuru gegangen. Das Hotel hat ein großes Ofuru für alle Gäste zur Verfügung gestellt. Dafür bekam man dann die Yukatas, einfache aber sehr elegante japanische Bademäntel.

Hier noch ein paar Eindrücke von den etwas schöneren Stellen in Kyoto.