Island

Mein Aufenthalt in Island war extrem spontan: Da ich die Arbeitserlaubnis für Grönland nicht erhalten habe und sowieso nach Island ausreisen musste, entschied ich mich, zwei Monate lang nur mit Zelt und per Anhalter durch das Land zu reisen. So erkundete ich viele schöne Ecken, lief den bekannten Fernwanderweg Laugarvegur, wanderte an der Ostküste und besuchte viele, viele Sehenswürdigkeiten auf der gesamten Insel.

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Am 7.9.2017, Island

Island ist wohl das Land der Wasserfälle, der Schafe und der Pferde. Vor allem der Pferde. Denn wer hat noch nicht von den kleinen, starken Islandpferden gehört, die bei jeder Temperatur draußen anzutreffen sind und eine vierte Gangart zu bieten haben? Dabei sollte man in Island niemals von Ponys sprechen, auch wenn die Tiere wirklich nicht groß sind. Es sind einfach richtige Pferde.

Heute wollte ich endlich mal den Tölt ausprobieren. Und mit einer guten Freundin zusammen, mit der ich in nächster Zeit noch durch Island reisen werde, sind wir also aufgebrochen, um einen ganzen Tag lang auf dem Rücken der Pferde zu verbringen. Wir waren zum Glück eine kleine Gruppe; gerade einmal 5 Leute plus der Guide. Und wir hatten sieben Pferde dabei, eines als Handpferd als Reserve.

So brachen wir nach einer kurzen Runde über den Paddock auf in die Weite Islands. Wir waren keine 500 Meter unterwegs, da führte der Pfad durch einen Bach, der gar nicht mal so schmal war. Zu Fuß bin ich ja schon durch einige Bäche gewatet, doch mit einem Pferd noch nie. Aber ich konnte mich komplett auf mein Pferd verlassen, das sich souverän den besten Weg gesucht hat.

Weiter ging es durch unwegsames Gelände, vorbei an Lavafeldern, hinauf und hinab. Mein Pferd hieß “Faula”, doch im Gegensatz zum Namen war sie alles andere als faul. Sie wollte laufen und laufen und Schritt war ihr immer zu langsam. Es ist wirklich schön zu sehen, dass die Pferde dort noch einen eigenen Charakter haben und nicht wie in vielen anderen Ställen weltweit gebrochen oder total abgemagert sind. Hier waren es gesunde Pferde, die auch auf die kleinsten Reithilfen reagiert haben und sich überraschend gut reiten ließen. Sie trotteten auch nicht einfach so den anderen Pferden hinterher: Wenn ich gewollt hätte, hätten wir uns auch von der Gruppe absetzen und alleine reiten können. So etwas sieht man nicht oft bei Pferden, die für Touristenausflüge genutzt werden.

Auch wurde darauf geachtet, dass wir abgestiegen sind, wenn es zu steil wurde, dass die Pferde zwischendurch einige Minuten Gras fressen konnten und dass sie immer wieder die Möglichkeit hatten, etwas zu trinken. Ich bin von dem Hof wirklich begeistert, auch wenn er mit etwa 400 Pferden wirklich groß ist.

Unsere Tour führte uns in ein Geothermal-Gebiet und das Mittags-Sandwich nahmen wir natürlich in einem heißen Bach ein, bevor uns der Weg wieder langsam zurück Richtung Hof führte. Auf der Tour durchquerten wir außerdem den zweitgrößten Wald Islands – in ganzen fünf Minuten. In Island zu reiten und dieses Land vom Rücken eines Pferdes aus zu erkunden, ist wirklich etwas Besonderes.