Island

Mein Aufenthalt in Island war extrem spontan: Da ich die Arbeitserlaubnis für Grönland nicht erhalten habe und sowieso nach Island ausreisen musste, entschied ich mich, zwei Monate lang nur mit Zelt und per Anhalter durch das Land zu reisen. So erkundete ich viele schöne Ecken, lief den bekannten Fernwanderweg Laugarvegur, wanderte an der Ostküste und besuchte viele, viele Sehenswürdigkeiten auf der gesamten Insel.

Alltag

Am 23.8.2017, Island

Auch auf Tour gibt es einen Alltag, oder zumindest ein paar Dinge, die immer gleich sind. Wie zum Beispiel das Essen vor dem Supermarkt (alles, was man dort isst, muss man nicht tragen), was auch mal solche Luxusgüter wie einen Joghurt oder einen Orangensaft erlaubt. Und ja, selbst auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt schmecken solche Dinge tausend Mal besser als in einem “deutschen, normalen Alltag”.

Der Zeltaufbau gehört natürlich auch zum Alltag. So beginnt jeden Tag die allabendliche Suche nach einem geeigneten Zeltplatz: Und das fällt auch immer leichter! Denn man darf nicht vergessen: Das Wichtigste beim Campen ist ein guter Zeltplatz. Nicht nur, dass der Boden eben sein muss (am Besten entsprechend der Liegefläche ganz leicht schräg), nicht nass sein und keine spitzen Steine enthalten darf; der Platz muss ebenso geschützt sein, ob vor Wind oder ungewollten Blicken. Apropo Wind: Da ich zurzeit ein Tunnelzelt bewohne, muss es immer passend zum Wind ausgerichtet werden, um stabil zu stehen. Dann muss der Eingang natürlich windabgeneigt stehen, gleichzeitig aber eine wundervolle Aussicht bieten, wenn man im Zelt liegend hinaus schaut. Auch sollte sich das Zelt gut auf einem Foto machen. Der Boden ist auch zu beachten: Es sollten nirgends Reste von Tieren oder sonst irgendetwas vorhanden sein, das nicht später am Zeltboden kleben soll. Man baut sein Haus schließlich auch nicht auf einer Müllkippe. Und bei Sand als Untergrund muss man besonders aufpassen: Dort halten die Heringe schlecht und Sand könnte ins Zelt wehen oder außen am Zelt hängen bleiben… Natürlich sollte das Zelt dann noch nah an einer sauberen Wasserstelle (bzw. den Toilettenhäusern) liegen, nicht von Ästen oder Steinen erschlagen werden, bei Regen nicht geflutet und von der Flut nicht weggeschwemmt werden können. Ebenso sollte die Morgensonne auf das Zelt treffen, damit Kondenswasser und Tau schon am frühen Morgen verdunstet und man das Zelt trocken einpacken kann. Gleichzeitig ist die Abendsonne auch schön, damit es nicht zu früh zu kalt wird, sondern man sich noch möglichst lange ohne Schlafsack im Zelt aufhalten kann. Ich könnte dies ewig fortsetzten; der Zeltaufbau ist eben eine Wissenschaft für sich.

Steht das Haus, folgt natürlich die Inneneinrichtung. Isomatte aufpusten: Zwei Minuten. Schlafsack herausholen: 5 Sekunden. Stirnlampe aufhängen: 30 Sekunden. Jeder Handgriff sitzt im Schlaf. Dann folgt das Kochen (aus Bequemlichkeit und als Schutz vor Wind meist im Zelt) und das abendliche Unterhaltungsprogramm – solange der Akku eben reicht. Lediglich mit dem Verlassen des Zeltes, um Zähne zu putzen, werde ich mich wohl niemals anfreunden…