Grönland

2017 erhielt ich die Möglichkeit, für drei Monate lang am Ende der Welt in Ostgrönland zu leben. Hier erklimm ich einen Berg nach dem anderen, wanderte auf Gletschern, fuhr mit Jägern zur Robbenjagd hinaus und genoss das Leben im kleinen Ort, in dessen Fjord hunderte Eisberge schwammen. Der Höhepunkt war dabei wohl der Helikopterflug zum Inlandseis und eine zweiwöchige Wandertour, bei der ich als zweiter Guide arbeitete.

Wind und Eis

Am 25.6.2017, Grönland

Wenn der Wind von Osten kommt, dann drückt er das Packeis an die Küste und in die Fjorde hinein. So auch im Moment: Jeder Fjord hier ist voller Packeis, kein Boot kommt mehr durch. Die Fjorde sind zu – bis nach Kummiut und Tinnet, was extrem selten ist. In den letzten zwei Jahren gab es nie so eine Eislage.

So schön das viele Eis auch aussieht, so sehr erschwert es hier das Leben. Nach Isortoq ist bis jetzt noch kein Versorgungsschiff vorgedrungen und die Dörfer sind alle abgeschnitten vom Rest der Welt. Lediglich der Helikopter kann momentan eine Verbindung herstellen. Nach außen ist die gesamte Region momentan ebenfalls abgeschnitten: Kein Schiff kommt in nächster Zeit und das Flugzeug aus Island oder Kopenhagen kann nicht in Kulusuk landen, da es dort momentan jeden Tag zu viel Nebel oder Wolken gibt. So ist die Abreise von einigen Gästen hier bereits zwei Tage in Verzug… Hier regiert das Wetter.

Morgen soll eine weitere Reisegruppe ankommen, und nächste Woche kommen fast täglich neue Gruppen an. Diese wollen natürlich mit dem Boot am Flughafen abgeholt werden und Bootstouren in die Umgebung unternehmen, was momentan einfach nicht möglich ist. Wenn man sich ein aktuelles Satellitenbild anschaut, wird einem bewusst, wie dicht das Eis momentan liegt. Beinah könnte man zu Fuß über die Eisschollen laufen…

Es gibt einige gute Seiten im Internet, die das Wetter betreffen. Hier kann man sich z.B. die Eislage auf Satellitenbildern oder eine Vorhersage für den Wind anschauen:

http://ocean.dmi.dk/arctic/ammassalik.uk.php

https://www.windy.com/