Grönland

2017 erhielt ich die Möglichkeit, für drei Monate lang am Ende der Welt in Ostgrönland zu leben. Hier erklimm ich einen Berg nach dem anderen, wanderte auf Gletschern, fuhr mit Jägern zur Robbenjagd hinaus und genoss das Leben im kleinen Ort, in dessen Fjord hunderte Eisberge schwammen. Der Höhepunkt war dabei wohl der Helikopterflug zum Inlandseis und eine zweiwöchige Wandertour, bei der ich als zweiter Guide arbeitete.

Trommelunterricht

Am 29.6.2017, Grönland

Die Trommel ist das traditionelle Instrument Grönlands. Um die Tradition des Trommelns weiterzugeben, unterrichtet eine Grönländerin hier im Ort sieben Mädchen die Kunst des Trommelspielens. Mit viel Spaß und immer guter Laune sind die Kinder dabei, die Trommel zu schlagen und zu singen. Es sind übrigens nur Mädchen, da sich die Trommeltänze der Männer und Frauen voneinander unterscheiden.

Erst vor kurzem haben die Mädchen ihre eigenen Trommeln angefertigt. Die Trommeln bestehen dabei aus einem Holzrahmen, über den ein Eisbärenmagen gespannt wird. Doch dies ist eine sehr schwierige Arbeit, denn das Holz darf keine Risse in den Magen reißen, wenn man ihn über den Holzrahmen spannt! Daher muss die Holzkante zunächst extrem glatt geschliffen werden, damit ja keine Splitter hinausstehen und den wertvollen Eisbärenmagen zerreißen könnten.

Bei der grönländischen Trommel schlägt man mit einem Stock auf den Holzrahmen – niemals auf den Eisbärenmagen, da dieser zu empfindlich ist. Er dient lediglich dem Klang.

Entsteht irgendwann doch einmal ein Riss, dann kann man den Eisbärenmagen wieder vorsichtig vom Rahmen lösen, in Wasser aufweichen lassen, nähen und dann beginnt die Prozedur des Bespannens wieder von vorne.