Finnland

Seit ich das erste Mal im Jahr 2012 nach Finnland kam, bin ich von diesem Land fasziniert. Diese Weite, diese Wildnis, diese simple Schönheit des Landes. Daher musste ich einfach zurückkehren: Im Winter 2013 / 2014 sowie Winter 2017 / 2018 lebte ich in Finnland, um als Guide Hundeschlittentouren zu führen. So fuhr ich fast täglich mit bis zu 33 Hunden hinaus, um auch anderen diese einmalige Winterwelt zu zeigen.

Tauwetter

Am 7.4.2018, Finnland

Nun ist es tatsächlich soweit: Der Winter geht, der Sommer kommt. Es taut überall, beinah erschreckend schnell. Wo gestern noch drei Meter Schnee waren, sind heute nur noch zweieinhalb. Die Landschaft ändert sich so unglaublich schnell. Der Fluss ist schon fast wieder aufgetaut, und auf dem See bilden sich riesige Flächen an Wasser. Ohne Gummistiefel nun hinauszugehen, grenzt an Wahnsinn.

Doch noch liegt eine Woche mit Hundeschlittentouren vor uns. Während die meisten Kollegen schon in ihren "Sommerurlaub" aufgebrochen sind, habe ich nächste Woche noch fünf Touren, die letzten dieser Saison. Hoffen wir einfach, dass es zumindest nachts nochmal wirklich kalt wird. Denn schon so ist es unglaublich schwer, mit dem Motorschlitten auf den Trails zu fahren. Der Schnee ist so schwer und so pampig, dass man total leicht stecken bleibt. Und fährt man auch nur ein paar Millimeter vom Trail, dann kippt der ganze Scooter zur Seite, der weiche, nasse Schnee gibt einfach unter dem Gewicht nach und man bleibt unweigerlich stecken. Bei diesem Wetter sind die Hundeschlitten einfach klar im Vorteil.

Und die Hunde - sie laufen immer noch motiviert jeden Tag, obwohl man ihnen deutlich anmerkt, dass es für sie viel zu warm ist. Ja, 0°C ist für diese Tiere schon unglaublich warm. Sie laufen viel langsamer als bei -30°C, sie wälzen sich bei jeder Pause im Schnee, essen unterwegs Berge an Schnee und sind viel schneller außer Atem, als wenn es kalt wäre. Doch sie schlagen sich tapfer, laufen immer noch mit einem Lächeln im Gesicht, denn viele Touren sind es nicht mehr vor der großen Sommerpause. Dann haben sie sich ihren Urlaub wirklich verdient und können faul auf ihrer Hütte in der Sonne liegen.