Finnland

Seit ich das erste Mal im Jahr 2012 nach Finnland kam, bin ich von diesem Land fasziniert. Diese Weite, diese Wildnis, diese simple Schönheit des Landes. Daher musste ich einfach zurückkehren: Im Winter 2013 / 2014 sowie Winter 2017 / 2018 lebte ich in Finnland, um als Guide Hundeschlittentouren zu führen. So fuhr ich fast täglich mit bis zu 33 Hunden hinaus, um auch anderen diese einmalige Winterwelt zu zeigen.

Die Magie des Nordens

Am 11.11.2017, Finnland

Es heißt einmal wieder Koffer packen. Das ewige Aus- und Einpacken, das Umpacken, das Sortieren und wieder Reduzieren gehört schon fast zum Alltag. Ständig unterwegs, ständig auf Reisen. Niemals hat man alles dabei, was man mitnehmen möchte, und doch wiegt der Rucksack immer viel zu schwer. Das ist wohl der Alltag des Langzeitreisenden.

Die Flughäfen der Welt kennt man mittlerweile wie seinen eigenen Heimatort. Die Sicherheitskontrolle ist nur noch ein lästiges Übel, da man genau weiß, dass man sein halbes Handgepäck einmal aus- und wieder einpacken darf. Mittlerweile kennt man alle Duty-Free-Shops in und auswendig, in denen man sich die Wartezeit vertreibt; mit dem Wissen, doch nichts zu kaufen. Oder wo es am Flughafen Strom und kostenloses Internet gibt, und wo die gemütlichen Sessel für die Nacht zu finden sind. Denn ein Flug in den entlegenen Norden bringt eine Nacht am Flughafen Helsinki mit sich. Abends wird es ruhiger, die letzten Menschen eilen in ihre Maschinen oder nach Hause; die Läden schließen. Irgendwann ist man mit der Security alleine im Flughafen. Doch schon morgens um 06:00 geht es wieder los: Während man seelenruhig im Sessel oder auf den Wartesitzen schläft, trudeln mehr und mehr Leute ein, quetschen sich neben oder hinter einen, nur darauf bedacht, ihren Flieger ja nicht zu verpassen. Es wird laut, es wird geredet, telefoniert und im Internet gesurft. Die Durchsagen rufen einen Flieger nach dem Anderen auf; und man möchte doch nur noch bis 08:00 Uhr weiterschlafen, bis der eigene Flieger abhebt. Bleibt nur übrig, sich eine ruhigere Ecke zurückzuziehen.

Bei Regen hob meine Maschine ab, doch rechtzeitig vor Oulu lichtete sich die Wolkendecke und wir landeten sogar bei Sonnenschein im Norden Finnlands. Erst in den einen, dann in den anderen Bus, immer Richtung Nordosten. Unterwegs trifft man wieder und wieder auf Rentiere, die gelernt haben, die Straßen als Highways durch die Wildnis zu nutzen.

Und dann war ich da. Ich bin endlich wieder im Norden. Im magischen Norden. Hier oben scheinen alle Farben viel wirklicher und intensiver zu sein. Hier oben ändert sich alles so schnell: Von Sonnenschein, über bewölkt bis hin zu kleinen Schneeschauern. Das Licht und die Farben des Nordens sind einfach unglaublich.

Und dann sind da natürlich noch die Hunde. "Meine" Hunde, mit denen ich den Winter über arbeiten werde. Viele habe ich wiedererkannt, ein paar haben mich wiedererkannt, doch es gibt so viele neue Hunde; so viele neue Namen und Charakter zu lernen. So viel zu tun.