Finnland

Seit ich das erste Mal im Jahr 2012 nach Finnland kam, bin ich von diesem Land fasziniert. Diese Weite, diese Wildnis, diese simple Schönheit des Landes. Daher musste ich einfach zurückkehren: Im Winter 2013 / 2014 sowie Winter 2017 / 2018 lebte ich in Finnland, um als Guide Hundeschlittentouren zu führen. So fuhr ich fast täglich mit bis zu 33 Hunden hinaus, um auch anderen diese einmalige Winterwelt zu zeigen.

Der letzte Schnee

Am 21.4.2018, Finnland

Nun ist es also so weit: Meine Abreise aus Finnland steht kurz bevor. Doch ein paar letzte Tage im Schnee konnte ich mir einfach nicht nehmen lassen. So zog ich also mit Kollegen los, mit dem Rucksack und den Ski, um mich von der winterlichen Wunderwelt für diese Saison zu verabschieden.

Doch eine Skitour im südlichen Lappland heißt nicht immer Luxusverzicht. Man kann auch unterwegs ein paar Tage in höchstem Komfort erleben: Nämlich in den finnischen Wildnishütten, die von der Regierung gestellt werden und die man einfach so nutzen kann. Es wird Feuerholz gestellt, es sind Tische und Bänke vorhanden, einfach alles, was man braucht. Und natürlich bringt der Kollege neben seinen beiden Alaskan Malamute auch noch Kaffe und Lachs mit, den wir draußen am Feuer zubereiten - in der untergehenden Sonne. "Life is good", ist wohl unser Motto dieser Tour. Denn was gibt es schöneres, als am Feuer zu sitzen, die beiden zufriedenen Hunde neben uns, der untergehenden Sonne zuzusehen und dann den Lachs zu essen, der wohl nur hier so gut schmecken kann.

"Life is good", und das gilt gerade hier oben im Norden. Die Zeit verlangsamt sich, man genießt jeden Moment und hofft, dass diese Tour niemals vorbei sein würde.

Doch es kann auch anders kommen. Auf einer weiteren Skitour hat uns das Wetter zu schaffen gemacht: Es war einfach zu warm, selbst das T-Shirt war noch zu warm, und der Schnee dementsprechend zu weich. Obwohl man also mit breiten Waldski unterwegs ist, sinkt man bei jedem dritten Schritt bis zum Knie ein, man bricht einfach durch die oberste Schneeschicht hindurch und muss sich wieder hochkämpfen. Als Skifahren konnte man das nun wirklich nicht mehr bezeichnen, und so entschieden wir, die kühleren Nächte für uns zu nutzen.

So begannen unsere nächsten Tage mitten in der Nacht und nach einem gemütlichen Frühstück brachen wir immer gegen 5:00 Uhr auf, um den harten Schnee der Nacht für uns zu nutzen. Und wie schnell wir auf ein Mal waren! Um 9:00 Uhr waren wir schon an unserem Tagesziel angekommen, der Schnee war einfach optimal. Jeden Tag hat das Skifahren einfach noch mehr Spaß gemacht. Und gerade, wenn man der aufgehenden Sonne entgegenfährt, kann man manchmal immer noch nicht glauben, an so einem Ort sein zu dürfen.